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"Wir schmökern gerne darin" (KStA, Ausgabe Rhein Wupper 25.10.2007)
Bergischer Kalender gilt als Fundgrube für spannende Geschichten. Ein wenig Kummer bereitet die Überalterung der Autoren – fast alle sind Ruheständler. Und der Nachwuchs lässt auf sich warten.

Von Timm Gatter
Rhein-Berg – „Wir schmökern gerne an langen Herbstabenden im neuen Kalender“, erklärten unisono Landrat Rolf Menzel und Verleger Hans Martin Heider. Gemeinsam mit dem Chefredakteur Norbert Orthen, Kreiskulturreferentin Susanne Bonenkamp sowie Torsten Wolter von der Kreispressestelle präsentierten sie auf der Pressekonferenz im Heider Verlag den druckfrischen 78.  Jahrgang, der (in einer Auflage von 6200 Exemplaren und zum stabilen Preis von 13,80 Euro) ab sofort in den Buchhandlungen zu haben ist.
Auf 272 Seiten haben Redaktion und der Verlag längst Vergessenes, Unbekanntes und Aktuelles in Bild und Text zusammengetragen.
Die 28 Autoren – darunter fünf „Erstlinge“ – sorgten in der 38 Beiträgen nicht nur für geschichtliche und kulturhistorische Exkurse, sondern auch für soziale Wirklichkeit oder bundesweit bedeutende Unternehmen. Menzel: „Es ist stets aufs Neue faszinierend, zu lesen, was die Region Rhein-Berg ausmacht.“ Nachdrücklich erinnert der Landrat in diesem Zusammenhang daran, dass die Publikation mit dazu beitragen soll, die immer noch nach der Gebietsreform 1975 bestehenden Unterschiede zwischen Nord- und Südkreis zu überwinden. Entsprechend hat Norbert Orthen – seit seiner „Amtsübernahme“ vor einigen Jahren hat er dem Kalender erfolgreich ein neues Gesicht gegeben – die Beiträge ausschließlich nach redaktionellen Gesichtspunkten geordnet. Es gibt die Kapitel Bergische Geschichte(n), Menschen für Menschen, Kulturpfade, Portraits, Handwerk, Gewerbe und Industrie, Denkmäler, Natur und Umwelt sowie Erzählungen und Lyrik.
Wer seine Nase ins druckfrische Werk steckt, findet auch Leverkusen-Fettehenne berücksichtigt: Die Burscheider Autorin Marie-Luise Mettlach hat mit der dortigen St. Nepomuk Kleinkirche („Rote Kapelle am Straßenrand“) ihre Reihe über die Kapellen im Bergischen fortgesetzt. In einem weiteren Beitrag erinnert die Heimatforscherin an die Burscheider Industriellenfamilie Richartz-Bertrams. Von Sabine Wurmbach aus Burscheid stammt die detailfreudige Schilderung über die Webereien und Bandwebereien in Burscheid und Wermelskirchen. In Leichlingen erinnert Friedgard Czepicka in ihren zwei Beiträgen an die Sandberge („Gruß aus der Urzeit“) mit ihrer Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der Blütenstadt sowie mit den „Obstpressen in Leichlingen und im Bergischen Land“ an die große Tradition dieser Spezialbetriebe. Auf der Lyrik-Doppelseite ist auch der Burscheider Autor Georg Pawlak mit seinem Gedicht „Vergessenes Gestern“ vertreten.
Ein wenig Kummer bereitet Orthen wie auch Heider die Überalterung der Autoren – fast alle sind Ruheständler. Und der Nachwuchs lässt auf sich warten. Aber bis zum 100. Jahrgang ist Menzel, der als erstes die angehängte Jahreschronik goutiert, nicht Bange: „Norbert Orthen dürfte der Stoff in diesem Kreis nicht ausgehen.“ Der Chefredakteur will jedenfalls weiter machen. Auch wenn nicht immer so spektakuläre Ereignisse geschildert werden können wie der Flugzeugabsturz einer Passagiermaschine der Lufthansa bei Radevormwald in der neuen Ausgabe. Das einer Kuh in dem Drama eine wesentliche Rolle zukam, soll hier nicht verraten werden.
Rheinisch-Bergischer Kalender 2008, 272 Seiten, 13,80 Euro, ISBN 978-3-87314-429-3.


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Autoren im Focus
Arnold, Hans-Ludwig:
geb. 1930 in Bergisch Gladbach. Ingenieur grad., genealogische und heimatkundliche Arbeiten. Lebt in Odenthal-Eikamp.